Kopfarbeit statt Kilometer
Auslastung bedeutet nicht nur Bewegung. Konzentrierte Kopfarbeit strengt Hunde spürbar an, oft mehr als eine zusätzliche Runde um den Block. Besonders die Nasenarbeit ist dafür geeignet, denn Schnüffeln ist das, was Hunde von Natur aus am besten können, und es beruhigt viele Tiere gleichzeitig. Schon zwei oder drei kurze Einheiten am Tag machen einen Unterschied. Wichtig ist, die Übungen an Alter, Gesundheit und Temperament Ihres Hundes anzupassen. Wenn Ihr Hund gesundheitlich eingeschränkt ist oder nach einer Operation geschont werden muss, sprechen Sie geeignete Beschäftigung vorher mit Ihrer Tierarztpraxis ab.
Schnüffelspiele und Futtersuche
Der einfachste Einstieg kostet nichts: Verstecken Sie Trockenfutter oder kleine Leckerli in der Wohnung, zunächst gut sichtbar, später hinter Stuhlbeinen, unter dem Teppichrand oder auf niedrigen Ablagen. Geben Sie ein Suchsignal wie "Such" und lassen Sie den Hund selbstständig arbeiten. Ein Schnüffelteppich, in dessen Stofffransen Sie Futter verteilen, verlängert die Suche und eignet sich auch für Hunde, die sonst hastig fressen. Genauso gut funktionieren Alltagsgegenstände: ein zerknülltes Handtuch mit eingerollten Leckerli, ein Karton mit Papierschnipseln oder eine leere Küchenrolle mit eingeknickten Enden. Achten Sie nur darauf, dass Ihr Hund das Material nicht frisst.
Intelligenzspielzeug richtig einsetzen
Futterbälle, Schiebespiele und Bretter mit Klappen fordern den Hund, an eine Belohnung zu kommen, indem er ein Problem löst. Beginnen Sie mit der leichtesten Stufe und steigern Sie erst, wenn Ihr Hund das Prinzip verstanden hat. Kommt er gar nicht weiter, helfen Sie kurz, damit kein Frust entsteht. Bleiben Sie beim Spiel dabei: Sie sehen dann, wie Ihr Hund arbeitet, und können eingreifen, bevor Kunststoffteile zerlegt und verschluckt werden. Nach ein paar Minuten Erfolg wird das Spielzeug wieder weggeräumt, so bleibt es interessant.
Tricktraining in kurzen Einheiten
Pfote geben, sich rollen, rückwärts gehen, Slalom durch die Beine: Tricks trainieren Konzentration und Körpergefühl und stärken nebenbei die Bindung. Arbeiten Sie in kurzen Einheiten von wenigen Minuten, belohnen Sie kleine Fortschritte und beenden Sie das Training immer mit einem Erfolg. Für ältere oder körperlich eingeschränkte Hunde wählen Sie gelenkschonende Übungen wie Zielobjekte mit der Nase anstupsen. Auch bekannte Signale wie Sitz, Platz und Bleib lassen sich drinnen wunderbar auffrischen.
Kauartikel als ruhige Beschäftigung
Ausgiebiges Kauen beschäftigt und entspannt viele Hunde zugleich. Geeignet sind Kauartikel, die zur Größe und Kaukraft Ihres Hundes passen und die er nicht am Stück verschlucken kann. Bleiben Sie in der Nähe, solange gekaut wird, und tauschen Sie klein gekaute Reststücke aus. Bedenken Sie außerdem die Kalorien: Kauartikel und Suchspiel-Leckerli gehören zur Tagesration und werden vom Futter abgezogen, sonst schleicht sich Übergewicht ein.
Ruhephasen gehören dazu
So sinnvoll Beschäftigung ist, Hunde brauchen viel Schlaf und Ruhe über den Tag verteilt. Ein Hund, der pausenlos bespaßt wird, lernt nicht zu entspannen und wirkt schnell überdreht statt ausgelastet. Planen Sie deshalb bewusst Pausen ein und geben Sie Ihrem Hund einen festen Rückzugsort, an dem er ungestört bleibt. Ein gutes Programm für einen Wohnungstag besteht aus wenigen kurzen, konzentrierten Einheiten und viel Ruhe dazwischen. Qualität schlägt hier klar die Menge.
Übrigens: Auch Hunde, die gerade geschont werden müssen, etwa nach einem Eingriff, profitieren von ruhiger Nasenarbeit im Liegen. Was Operationen kosten können und warum sie oft unerwartet kommen, lesen Sie im Ratgeber Was eine OP beim Hund kostet. Wie Sie sich für solche Fälle absichern, erklärt die Seite zur Hunde-OP-Versicherung.